Venenerkrankungen

Krampfadern (Varizen)

Krampfadern sind Erweiterungen der oberflächlichen Beinvenen. Meist ist die Ursache eine vererbte Venenwandschwäche; allerdings wird die Entstehung von Varizen durch Übergewicht, stehende oder sitzende berufliche Tätigkeit, Schwangerschaft und Hormontherapie oder eine Thrombose begünstigt. Krampfadern sind nicht immer äußerlich sichtbar.
Der Verlauf ist sehr unterschiedlich. Besenreiservarizen machen meist keine Beschwerden, ausgeprägte Varizen können typische Symptome verursachen; sie stellen ein erhöhtes Risiko für eine Thrombose und Lungenembolie dar und können zu massiven Blutungen und Beingeschwüren führen.

Welche Symptome sind typisch für ein Krampfadernleiden?

  • Schwere, müde Beine
  • Spannungsgefühl im Unterschenkel
  • Nächtliche Wadenkrämpfe
  • Wärmeunverträglichkeit in den Beinen
  • Beinödeme

Vorbeugende Maßnahmen

  • Regelmäßige Bewegung der Beine
  • Hochlagerung der Beine
  • Vermeidung intensiver Wärmeeinwirkung
  • Kaltes Duschen der Beine

Behandlungsmöglichkeiten

Die Therapiemöglichkeiten sind vielfältig erfordern jedoch auf jeden Fall eine eingehende Untersuchung.

  • Kompressionsstrumpf
  • Verödung
  • Strippung
  • Unterbindung der Verbindungsvenen
  • Entfernung der Krampfadern

Venöse Thromboembolie (VTE)

Darunter versteht man Venenthrombosen und Lungenembolien, da Lungenembolien mit wenigen Ausnahmen die Folgen einer Venenthrombose sind und eine Komplikation der Venenthrombose darstellen.

Venenthrombose und Lungenembolie

Venenthrombosen zählen zu den heimtückischen Erkrankungen. Zum Einen können sie ohne besondere Symptom einhergehen und bleiben dadurch unentdeckt und auch unbehandelt, zum Anderen sind sie Ausgangspunkt einer Lungenembolie, die tödlich enden kann.

Wie entsteht eine Venenthrombose ?

Venenthrombosen können grundsätzlich im ganzen Körper entstehen, am häufigsten jedoch in den Becken-und Beinvenen. Ein langsame Blutfluß, eine Eindickung des Blutes oder eine Verletzung der Venenwand bilden die Grundlagen für die Entstehung einer Venenthrombose.

Risikofaktoren für eine Venenthrombose

  • Immobilität (z.B. längere Bettlägrigkeit, lange Autobus-oder Flugreisen)
  • Ruhigstellung des Beines durch Gipsverband oder Lähmungen
  • Vererbte oder erworbene Störungen von Gerinnungsfaktoren – am häufigsten Faktor V
  • die “Pille” und Hormontherapien
  • Langzeittherapie mit Psychopharmaka
  • Krebserkrankungen und Bluterkrankungen
  • Herzschwäche
  • Flüssigkeitsmangel
  • Operationen
  • Entzündungen im Becken (z.B. Dickdarmdivertikel, Eierstockentzündung
  • Traumen und Verletzungen
  • Zunehmendes Alter
  • Übergewicht
  • Krampfadern
  • “alte” Venenthrombose

Welche Symptome sind typisch für eine Beinvenenthrombose?

  • Waden- oder Oberschenkelschmerzen beim Auftreten
  • Schwellung im Unterschenkel- oder im gesamten Bein
  • Rötlich-bläuliche Verfärbung des Beines
  • Spontanes Fieber

Venenthrombosen können bei geringer Ausprägung auch völlig symptomlos bleiben.

Wann ist eine Venenuntersuchung notwendig?

Eine exakte Untersuchung mittels Ultraschall und eine spezielle Blutuntersuchung (D-Dimer) sind beim geringsten Verdacht einer Venenthrombose erforderlich, da sie Ausgangsort für eine eventuell tödliche Lungenembolie sein kann.

Wie entsteht eine Lungenembolie?

Mit wenigen Ausnahmen gelangt ein Blutgerinnsel (Embolus) aus dem Venensystem mit dem Blutstrom in das Herz und weiter in die Lungengefäße. In der Lunge führt die Verstopfung der Lungengefäße zu einer Erhöhung des Blutdruckes im Lungenkreislauf. Durch diese plötzliche und zum Teil sehr starke Belastung für das Herz kann es zum akuten Herzstillstand oder zum Herzversagen kommen. Lungeninfarkt und Lungenentzündung sind die Folgen einer nicht-tödlichen Lungenembolie, die in der Regel vollständig ausheilen.
Eine Lungenembolie kann bereits unmittelbar nach der Entstehung einer Beinvenenthrombose auftreten. In diesem Fall sind keinerlei Symptome für eine Beinvenenthrombose vorhanden.

Welche Symptome sind typisch für eine Lungenembolie ?

  • Plötzliche kurz- oder andauernde Atemnot
  • Hustenanfall
  • Atemnot bei geringster Belastung oder beim Sprechen
  • Druckgefühl im Brustkorb
  • Schermzen beim Einatmen
  • Fieber
  • Auswurf mit Blutbeimengung

Wann ist eine Untersuchung auf eine Lungenembolie erforderlich?

Spezielle Untersuchungen – CT der Lunge und Bestimmung von D-Dimer im Blut, ev. Lungenszintigraphie und Herzultraschall - sind bei geringstem Verdacht auf eine Lungenembolie erforderlich.

Welche Therapiemöglichkeiten gibt es bei einer Venenthrombose und/oder einer Lungenembolie ?

Primär ist sofortige Therapie mit gerinnungshemmenden Medikamenten (im Volksmund “Blutverdünnung”) erforderlich, um ein Wachstum der Thrombose zu stoppen. In bestimmten Fällen ist eine Auflösung der Thrombose und der Lungenembolie mit einem “Fibrinolytikum” sinnvoll und möglich. In Ausnahmefällen ist eine operative Entfernung des Embolus aus der Lunge notwendig bzw.möglich.

Nach der akuten Phase ist eine Langzeittherapie mittels einem gerinnungshemmenden Medikament (=Antikoagulation) notwendig, um einer neuerlichen Thromboembolie vorzubeugen. Die Dauer dieser Antikoagulantientherapie ist sehr unterschiedlich und hängt von den Ursachen ab.
Bei einer Beinvenenthrombose ist das Tragen eines Kompressionsstrumpfes besonders wichtig, da dadurch Spätfolgen, wie massive Krampfadern und Beingeschwüre verhindert weden können.

Bild einer Beinvenenthrombose