Arterielle Durchblutungsstörungen

Wie entsteht die Arteriosklerose ?

Die Arteriosklerose ist die häufigste Erkrankung der Arterien, bei der primär eine entzündliche Reizung der Gefäßwand zu einer Versteifung und schließlich zu einer Verkalkung mit Einengungen und vollständigem Verschluß führt.
Als Ursachen gelten neben einer genetisch bedingte Neigung vor allem nachfolgende vaskulären Risikofaktoren:

Rauchen

Die Rauchinhaltstoffe sind das größte Gift für die Arterienwand, sie führen zu einem permanenten Gefäßkrampf und dadurch zu einer Störung der Stoffwechselvorgänge in den einzelnen Zellen. Zusätzlich besteht bei chronischen RaucherInnen eine permante Kohlenmonoxydvergiftung, die ebenfalls die Zellfunktionen beeinträchtigt und zusätzlich den lebenswichtigen Sauerstoff von der Oberfläche der roten Blutkörperchen verdrängt. Diese Vorgänge treten sowohl beim aktiven Raucher als auch beim Passivrauchen auf.

Diabetes mellitus

Hohe Blutzuckerspiegel gehen mit hohen Fettsäurenspiegel im Blut einher und schädigen die Gefäßwand. Lange bevor eine Diabetes diagnostiziert wird treten bereits Veränderungen an den Gefäßwänden auf. Entscheidend ist dabei nicht der Nüchternblutzuckerwert sonder der Blutzuckerspiegel nach dem Essen bzw. der Langzeitzuckerwert (HbA1c). Personen, in deren Familie ein Diabetes mellitus vorkommt bzw. die ein deutliches Übergewicht haben sollten daher regelmäßig diese Blutzuckerwerte bestimmen lassen.

Bluthochdruck

Beim hohen Blutdruck führt vor allem die mechanische Belastung zu einer Schädigung der Gefäßwand und schließlich zur Arteriosklerose.

Fettstoffwechselstörung (hohes Cholesterin)

Cholesterin ist eine wichtige lebensnotwendige Substanz in den einzelnen Zellen. Bei zu hohen Konzentrationen im Blut, vor allem von LDL-Cholesterin, kommt es zu Ablagerungen in den Gefäßwandzellen und zu Verkalkungen. Hohe LDL- Cholesterinwerte können genetisch bedingt sein, sind aber in erster Linie auf eine falsche Ernährung (zu viel tierische Fette) und auf zu wenig körperliche Aktivitäten zurückzuführen.

Wer kann eine Arteriosklerose bekommen ?

Grundsätzlich jeder , je mehr Risikofaktoren vorhanden sind umso größer ist die Wahrscheinlichkeit. Arteriosklerose kann schon sehr früh , z.B. bei Raucherinnen zwischen dem 40. und 50.Lebensjahr.

Welche Gefäße sind betroffen?

Meist sind die Arterien aller Körperregionen und Organe betroffen. Die Ausprägung hängt von der Dominanz des Risikofaktors ab. Z.B. bei starken RaucherInnen werden primär die Beinarterien befallen, bei Bluthochdruck die Halsschlagader, bei hohem Cholesterin die Herzkranzgefäße .

Welche Erstsymptome sind bei einer Durchblutungsstörung in den Beinen (pAVK) typisch ?

Belastungabhängige krampfartige Schmerzen in den Waden und/oder im hinteren Oberschenkel und Gesäßmuskel, die beim Gehen auftreten und beim Stehenbleiben wieder verschwinden (=Schaufensterkrankheit). Sind die Beckenarterien betroffen ist oft eine Impotenz ein erstes Anzeichen der Durchblutungsstörung.
Patienten mit Diabetes mellitus haben diese typische Symptomatik selten, sie spüren meist ein Brennen und Empfindungsstörungen in den Füßen und in den Unterschenkel.

Welche Erstsymptome sind bei einer Durchblutungsstörung des Herzmuskels (KHK) typisch ?

Belastungs- oder Kälteabhängiges schmerzhaftes Druckgefühl in der Brust, eventuell Ausstrahlung in den linken Arm, zusätzliche Atemnot (=Angina pectoris).

Welche Erstsymptome sind bei einer Durchblutungsstörung im Gehirn typisch ?

Symptome treten erst sehr spät auf, meist besteht dann schon eine hochgradige Einengung der Halsschlagader. Schwindel, kurzzeitige Lähmung, Sprachstörung oder Sehstörung können auf eine Einengung der Halsschlagader hinweisen.

Wann ist eine Gefäßuntersuchung notwendig?

  • Schmerzen im Gesäß, Oberschenkel oder Wade (Wadenkrampf) nach einer bestimmten Gestrecke
  • Kältegefühl oder Ruheschmerz im Fuß
  • Blauverfärbung der Zehen oder der Finger
  • Impotenz
  • Schwindel, plötzliche Seh – oder Sprachstörung
  • Personen ohne Beschwerden jedoch mit mindestens einem Risikofaktor (Rauchen, Bluthochdruck, Diabetes mellitus erhöhtes Cholesterin, Diabetikerinnen und Diabetiker jährlich)

Behandlungsmöglichkeiten

Eine optimale und individuelle Therapie setzt eine genaue Gefäßuntersuchung voraus.

Die Behandlung hat zwei Ziele:

  • Verbesserung der Durchblutung und
  • Hemmung des Fortschreitens der Gefäßerkrankung

Ballondehnung (PTA)

Die Ballondehnung ist eine Standardmethode, bei der nach primärer lokaler Anästhesie ein Ballonkatheter über die Leistenarterie eingeführt wird. Im Bereich der verengten Arterie wird der Ballon mit Kontrastmittel maximal gefüllt und dadurch die eingeengte Arterie aufgedehnt. Wenn die Ballondehnung nicht ausreicht, um die Arterie wieder offen zu halten, wird ein Stent (Gefäßstütze aus Metall) eingesetzt.

Bild eines Stents

Absaugung und Auflösung von Blutgerinnsel (Thrombolyse)

Ist ein Blutgerinnsel die Ursache des Gefäßverschlusses, wird dieses entweder über einen Katheter abgesaugt oder durch ein Medikament aufgelöst.

Operationen

Chirurgische Methoden werden im fortgeschrittenen Stadium der Durchblutungsstörung angewandt, wenn z.B. das Bein gefährdet ist und eine Amputation droht. Eine Bypassoperation (künstliche Umleitung) ist dann von Vorteil, wenn der Gefäßverschluß durch eine Ballondehung nicht behoben werden kann.